Sonntagszeitung, 23.4.17, von Daniel Böniger

Sparen kann man ja beim Rotwein

Ein Tripadvisor-Aufkleber hängt neben der Eingangstür. Was  Geniesserinnen und Geniesser  allerdings nicht abschrecken  sollte. Denn das Moléson in Bern – es nennt sich selbst «Gourmanderie»! – ist beim Restaurantportal nicht deshalb hoch im Kurs, weil es besonders günstig wäre, sondern weil auf höchstem Niveau gegessen werden kann.

 

Und wohl auch deswegen, weil hier ganz viele Gerichte auf der Speisekarte stehen, die man ein fach gern hat: Fondue «moitiémoitié» und Cordon bleu; Rindsbäggli, im Rotwein geschmort, mit Kartoffelstock; in Butter gebratene Läberli mit Öpfelstückli ebenso wie scharfes Gemüsecurry. Was soll man da bestellen? Freude macht beim anonymen Testbesuch ein Elsässer Flammkuchen mit viel Speck und Gartenkresse, etwas weniger Zwiebeln und Crème fraîche sowie einer Teigunterlage, die unsereins zuletzt in der Herkunftsregion der Spezialität so knusprig erlebt hat. Es folgt ein gradliniger grüner Salat, der zu einem Tatar gehört, das man sich als Fleischesser keinesfalls entgehen lassen sollte: Das Fleisch  (auf der Karte etwas ungenau als «hiesig» deklariert) wird in der  Küche von Hand geschnitten.  Geschmacklich drängt kein Gewürz in den Vordergrund, sogar das Ketchup hält sich vornehm zurück. Dass man das Zubereitete selber mit ein paar Tropfen Cognac beträufeln kann, dass die gelungen knusprigen Pommes frites dazu in einem heissen Geschirr auf den Tisch kommen – dies sind nur zwei der Gründe, warum dieses Gericht samt Salat seine 40 Franken wert ist. Genau: Der Slogan «Geiz ist geil» – heute noch so dumm wie bei seiner Lancierung – hat in dieser Stube nichts verloren. Im gleichen Preissegment bewegt sich ein rosa gebratenes Emmentaler Hohrückensteak mit Guérandesalz, neuen Bratkartoffeln und grünem Spargelgemüse. Der Teller überzeugt dank der hausgemachten, runden Sauce béarnaise. Auch hier: weder Estragon noch Essig überwiegen.

Wer unbedingt sparen will, solls beim Rotwein tun. Denn auch mit dem offen ausgeschenkten, fruchtigen Beaujolais Moulin­ à Vent, «Séléction Vennerhus» 2011, wird man glücklich, obschon er bloss 6 Franken pro Gläsli kostet. Gourmanderie ­Besucher sollten auch fürs Dessert sitzen bleiben: Die Birnenstücke im Bierteig mit Schoggisauce sind eine Klasse für sich. Ja, ein solches Essen darf seinen Preis haben. Und dies wissen überraschenderweise sogar die Tripadvisor ­Kritiker, die oft vor allem knausrig sind.   Daniel Böniger 

Sonntagszeitung D. Böniger.pdf
Adobe Acrobat Dokument 745.5 KB

 Tisch online reservieren

 

Gourmanderie Moléson

Aarbergergasse 24 / Speichergasse 21

3011 Bern

Tel:  +41 (0)31 311 44 63

  

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag:

11:30 - 14:30 & 18.00 - 23:30

Samstag: 18:00 - 23:30

 

   Kurzfilm zur Vorfreude!

     Bitte bewerten Sie uns!

vom 15.4.15, SRF1, anklicken

Käsefondues aus AOP Greyerzer & Vacherin, Bild anklicken und geniessen ...
Käsefondues aus AOP Greyerzer & Vacherin, Bild anklicken und geniessen ...

Das Burgunder AOP Weidelandrind

Unser Stammtischsöili freut sich auf weitere Hirten - werde Mitglied!
Unser Stammtischsöili freut sich auf weitere Hirten - werde Mitglied!

      Fütterungsplan für nur Mitglieder

                  hier: Ich will dabei sein

        Seit 1998  kochen wir damit!

Wenn in Zürich, dann aber richtig!
Wenn in Zürich, dann aber richtig!

Unser kulinarischer Ausflug nach Marrakech

einscannen und alles ist dabei
einscannen und alles ist dabei